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27.07.1945: Schaffung der Generaldirektion Wasserstraßen, Schiffahrt und Schiffbau (GDS) per Befehl Nr. 173 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD)
26.03.1946: Gründung der Deutsch - Russischen - Transport AG (DERUTRA) mit Sitz in Berlin und Zweigstellen in den Städten Rostock, Wismar und Stralsund
04.04.1946: Wiederaufnahme der Umschlagstätigkeiten in den ostdeutschen Hafenstädten laut Befehl 404/k der SMAD Mecklenburg
05.05.1946: Gründung der Schiffahrts GmbH für Stauerei, Spedition und Umschlag, Die Sassnitzer Dampfschiffahrtsgesellschaft nimmt mit dem kleinen Frachter MARS (ex Borussia) ihren Küstendienst auf. Das Betonschiff KAPT.HARRY BLOHM kann wegen fehlender Antriebsdiesel nicht zur Verwendung gelangen.
06./07.08.1947: Die Saßnitzer Transportkonferenz der Deutschen Zentralverwaltung für Verkehr stellt der Abteilung ‘Seehäfen und Küstenschiffahrt’ der GDS die Aufgabe, die erforderlichen Fahrzeuge für die Küstenschiffahrt zu beschaffen. Dabei sollte „... auf die Deutschland vom alliierten Kontrollrat insgesamt zugewiesene Tonnage, die sich in den Westzonen befand, ..." zurückgegriffen werden.
01.10.1949: Gründung der Deutschen Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale (DSU) als volkseigener Betrieb mit der Aufgabe, sämtliche Transporte auf den Wasserstraßen im Güter- und Personenverkehr auszuführen. Gleichzeitig war die DSU verantwortlich für den Umschlag und die Lagerung von Gütern. Die DSU erhielt das alleinige Befrachtungsrecht für die Binnenschiffahrt.
07.10.1949: Gründung der DDR
12.05.1950: Beschluß der SED-Parteiorganisation des Ministeriums für Wirtschaft der Landesregierung Mecklenburg: „... Weiter muss eine eigene Handelsflotte geschaffen werden ...".
17.08.1950: In der Präambel des Ministerratsbeschlusses heißt es u.a.: „Der zunehmende Außenhandel der DDR macht es erforderlich, dass der Transport der Außenhandelsgüter von eigenen Frachtschiffen der DDR ausgeführt wird." Regierungsbeschluß der DDR: Bau von 18 Handelsschiffen in der Größenordnung zwischen 1000 bis 8000 BRT, insgesamt 50000 BRT.
20.07.1950: Aus dem Bericht an den III. Parteitag der SED: "Von großer Bedeutung für die Weiterentwicklung unseres Außenhandels ist die Schaffung einer neuen Hochseehandelsflotte der Deutschen Demokratischen Republik.". 24.07.1950: Beschluß des III. Parteitages der SED vom 20. - 24.07.1950 über den Fünfjahrplan, in dem es u.a. heißt: „Das Schwergewicht ist auf die Produktion von Fischerei- und Handelsschiffen zu legen. Demgemäss ist im Januar 1955 folgende Produktion festzulegen: Fischereifahrzeuge 392 Stück.". "Außerdem ist es notwendig, für den Seehandelsverkehr in den Jahren 1951 - 1955 mehrere Schiffe in der Größenordnung bis 8000 BRT zu bauen." 13.10.1950: Indienststellung des ersten Handelsschiffes der DDR, dem Dampfer VORWÄRTS unter dem Kommando von Kapitän Willi Beykirch. Der Einsatz des Schiffes erfolgte durch die Stralsunder Außenstelle der Deutschen Schiffahrts- und Umschlagsbetriebszentrale Berlin. Zuständig für die erste Befrachtung ist Alfred Lindenau.
01.07.1952: Gründung der Deutschen Seereederei VEB. Die neugegründete Reederei übernimmt die VORWÄRTS und außerdem die Schlepper CARL und SASSNITZ für Schleppeinsätze.
01.03.1953: Indienststellung des Seeleichters FORTSCHRITT, 750 tdw, gebaut 1904 auf der Werft Lebbin
1954: erster Liniendienst DDR - UdSSR
15.05.1954: Ausserdienststellung der VORWÄRTS infolge einer schweren Kesselhavarie.Die Reparatur des betagten Dampfer erwies sich als unrentabel. Nun war die junge Reederei ohne eigene Schiffe, denn ausser der VORWÄRTS lag auch der defekte Seeleichter FORTSCHRITT im Rostocker Christinenhafen auf.
11.10.1954: Indienststellung des Dampfers ROSTOCK , des ersten Neubaus für die DSR.
30.11.1954: Der Dampfer ROSTOCK läuft zur ersten Reise nach Alexandria mit ca. 3000 t Ammoniumsulfat aus. Erstmalig passiert ein DDR-Schiff den Nord-Ostsee-Kanal und fährt rund um Westeuropa durch das Mittelmeer.
01.01.1956: Liniendienst zwischen Rostock und Finnland wird aufgenommen, das MS ANKLAM eröffnet diesen Dienst. 23.06.1957: Indienststellung des ersten 10000-Tonners, der MS FRIEDEN. Die FRIEDEN ist das erste Hochseemotorschiff einer größeren Frachterserie für die DSR. 1958: Eröffnung des BALTAMERICA-Dienstes nach Südamerika als Gemeinschaftsdienst mit der Polish Ocean Lines und der Baltic Shipping Company und Eröffnung der Liniendienste DDR - Albanien und DDR - Ägypten
26.03.1958: Mit MS HEINRICH HEINE (I) wird das erste Ausbildungsschiff in Fahrt gebracht.
07.10.1959: Erstmals wird die DDR-Handelsflagge auf einem DSR-Schiff gesetzt, in der linken oberen Ecke zum Liek befand sich das verkleinerte Staatswappen der DDR.
03.01.1960: Indienststellung des ersten Passagierschiffes der DSR, der VÖLKERFREUNDSCHAFT ex STOCKHOLM.
31.12.1960: Die DSR hat eine Flotte von 47 Schiffen mit 277394 tdw.
1961: Eröffnung der Linie DDR - Großbritannien
26.11.1962: Gründung des CUBALCO - Service als Gemeinschaftsdienst der DSR mit Reedereien der UdSSR und der CSSR nach Cuba, sowie Eröffnung der Linie nach Ostafrika und in das Rote Meer.
1963: Eröffnung der Linien DDR - Nord- und Südlevante. Aufnahme des Liniendienstes nach Indien/Pakistan/Bangladesh/ Ceylon
31.03.1964: Als 100. Schiff der DSR wird der Neubau WILHELM FLORIN übergeben, die Flotte erreicht eine Kapazität von 608251 tdw. Therese Florin übergibt symbolisch Kapitän Willi Jühlke das Kommando.
29.04.1965 Linie DDR - Mexiko wird eröffnet
13.11.1967: Mit der Übernahme des MS BLANKENBURG überschreitet die DSR die Millionengrenze in der Tragfähigkeit.
08.11.1968: In Zusammenarbeit mit dem VEB Deutrans - Internationale Befrachtung Berlin nimmt die DSR ihren ersten Containerliniendienst zwischen Rostock und Tilbury (England) auf. Zum Einsatz kommt das MS FALKE.
01.01.1969: Die DSR wird Mitglied in der India-Pakistan-Conference (IPBC) und der Ceylon-Conference.
1969: Eröffnung der Linie DDR - Persischer Golf
01.01.1970: Gründung des VEB Deutfracht - Internationale Befrachtung und Reederei. Dieser Betrieb ist der Rechtsnachfolger des VEB Deutfracht, Internationale Befrachtung Berlin und des Flottenbereiches Spezialschiffahrt der DSR , er übernimmt auch dessen Flottenbestand von 25 Massengutfrachtern und Tankschiffen.
27.05.1970: In Cannes wurde der VEB Deutfracht als Reederei-Mitglied der Baltic and International Maritime Conference (BIMCO) aufgenommen.
1971: Liniendienste nach Vietnam , Hull (Großbritannien), China und Korea werden eröffnet.
1972: Die DSR wird mit ihrem 1962 eröffneten Liniendienst DDR - Ostafrika/Rotes Meer Mitglied der East Africa Conference (CEAC).
1973: Die DSR wird Mitglied in der Far East Freight Conference (FEFC).
01.05.1973: Die DDR-Staatsflagge ersetzt die bisher verwendete Handelsflagge.
01.01.1974: Auf Beschluß des Politbüros der SED und des Präsidiums des Ministerrates der DDR erfolgt die Bildung des VE Kombinat Seeverkehr und Hafenwirtschaft, die beiden Reedereien VEB Deutfracht, Internationale Befrachtung und Reederei und der VEB Deutsche Seereederei Rostock werden zusammengelegt und zum VEB Deutfracht/Seereederei Rostock verschmolzen. Die neue Reederei wird Stammbetrieb des neugebildeten Kombinates.
1974: Die DSR wird Mitglied in der Mediteranean Middle East Conference (MEDMECON).
01.07.1975: Der Gemeinschaftsdienst UNILEVANT wird eröffnet. Partner sind die Estonian Shipping Company, Tallin, die Bulgarski Morski Flot, Varna und die Danube Shipping Company, Ismail. Alle Partner sind Mitglied des Züricher Agreements.
30.08.1978: Als 200. Schiff wird MS MÜHLHAUSEN in Dienst gestellt. Die Flotte hat eine Tragfähigkeit von 1,8 Mio Tonnen.
05.07.1985: Das MS VÖLKERFREUNDSCHAFT wird ausser Dienst gestellt. Unter DSR-Flagge legte es ca. 1,7 Mio. sm zurück, das entspricht 74 Erdumrundungen. Dabei wurden 218.000 Passagiere befördert und mehr als 100 Häfen in der Welt angelaufen.
08.11.1989: Aufgrund der politischen Situation in der DDR legt der Generaldirektor Dr. Artur Maul, einen 10-Punkte-Plan zur Entwicklung einer neuen Wirtschaftsstrategie des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft (KSH)vor.
15.11.1989: Die Industriekreisleitung der SED im KSH beschließt die Aufhebung des Einsatzes von Politoffizieren an Bord der Handelsschiffe.
09.12.1989: Der Generaldirektor erlässt die Betriebsanweisung, das die Sichtvermerke aufzuheben sind und weist an, dass die Parteizugehörigkeit generell keine Rolle mehr spielt.
01.01.1990: Wendebestandsaufnahme: Die DSR besitzt 172 Frachtschiffe mit insgesamt 1,13 Mio. BRT. Damit sind in Rostock 20,7 % der gesamtdeutschen Tonnage beheimatet.
30.01.1990: Die DSR kooperiert mit der Bremer Senator Lines GmbH & Co. KG. Die Containerliniendienste der Bremer Reederei und der EACON-Service der DSR werden von nun an gemeinsam koordiniert. Mit dem Beitritt der koreanischen Cho Yang Lines am 26.06.1990 wird das TRICON-Konsortium gegründet. TRICON ist der gemeinsame der drei Kooperationspartner. Aus EACON wird TRICON. Der End-To-End-Dienst wird vereinbart.
01.04.1990: Aufbau eines gemeinsamen Container-Liniendienstes nach Westafrika durch die DSR und die POL (Polish Ocean Lines), zunächst mit den Schiffen JÖHSTADT, ARNSTADT und NEUSTADT.
10.04.1990: Der Generaldirektor stellt an das Ministerium für Verkehrswesen der DDR den Antrag zur Auflösung des Kombinates Seeverkehr und Hafenwirtschaft ohne Rechtsnachfolge.
18.06.1990: Der Besitz der einstigen Staatsreederei wird nunmehr unter der Bezeichnung Deutsche Seereederei Rostock GmbH neu geordnet und verwaltet. Dazu zählen alle Schiffe und die landseitigen Einrichtungen.
01.07.1990: Der VEB Deutfracht/Seereederei Rostock wird in die Deutsche Seereederei Rostock GmbH umgewandelt. Zum Hauptgeschäftsführer wird Harry Wenzel bestellt.
02.10.1990, Sonnenuntergang: Überall auf den Weltmeeren und in den Häfen holen die Besatzungen der DSR-Schiffe die Staatsflagge der Deutschen Demokratischen Republik nieder.
03.10.1990: Mit dem "Beitritt" der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland ist die staatsrechtliche Einheit vollzogen. Auf allen Fahrzeugen der DSR weht nun die bundesdeutsche Flagge in den Farben schwarz-rot-gold.
14.10.1990: In Berlin fand die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrates der DSR GmbH statt. Vorsitzender wird Hans Reich.
15./16.11.1990: Auf der Arbeitsberatung der deutsch-polnischen Wirtschaftsorganisation Interport wird das Ende der gemeinsamen Tätigkeit zum 31.12.1990 beschlossen.
20.12.1990: Konstituierung des Seebetriebsrates.
01.01.1991: Die Tricon Operation Centre GmbH übernimmt von Bremen die Steuerung aller TRICON-Dienste. Die Senator-Linie in Bremen, die DSR-Lines Rostock und die Cho Yang Lines in Seoul haben den RTW (Round-The-World) Containerdienst aufgenommen. Die DSR bringt den EACON-Service mit in diesen Dienst ein und setzt 4 ÄQUATOR-WW-Schiffe und 4 SATURN-Schiffe ein. In der Westafrika- und Mittelamerika-Fahrt kooperiert die DSR mit der Hugo Stinnes Schiffahrts-GmbH.
07.01.1991: Konstituierung des Landbetriebsrates.
30.01.1991: Der erste Heuertarifvertrag zwischen der ÖTV und der DSR GmbH tritt in Kraft. Die Heuern liegen zwischen 52 und 63 % der Tarife der westdeutschen Seeleute.
28.02.1991: Die Mitglieder des Aufsichtsrates betonen auf ihrer 3. Sitzung die Lebensfähigkeit der DSR-GmbH aus eigener Kraft.
15.03.1991: Das Ausbildungsschiff GEORG BÜCHNER wird für symbolische DM 1,00 an den Senat der Hansestadt Rostock „verkauft“.
26.04.1991: Als erstes DSR-Schiff läuft das MS MÜHLHAUSEN in Durban, Südafrika, ein.
Januar 1992: Ein neuer Liniendienst Kontinent – Israel wird aufgenommen. Als erstes DSR-Schiff läuft MS LIEBENWALDE in Haifa ein. Zum Einsatz kommt zusätzlich das MS GERINGSWALDE.
15.02.1992: Weltrekord auf der Fähre MARCO POLO: mit 266 Pkw vom Typ TRABANT wird die gemeinsam mit der Hamburger TT-Line betriebene Linie Rostock-Trelleborg eröffnet. Die DSR setzt das MS KAHLEBERG ein.
01.04.1992: Eröffnung von drei neuen Liniendiensten im DSR-Stinnes-Westindienservice mit wöchentlichen Abfahrten von Nordeuropa nach Mittelamerika. Zum Einsatz kommen die Neptun-421-Schiffe.
01.06.1992: Die eigenen DSR-Vertretungen in Limassol, Dubai, Bombay, Singapore, Jakarta, und Ho-Chi-Minh-Stadt werden geschlossen.
01.09.1992: Ein neuer Vollcontainerdienst Mittelmeer-Canada-Container-Service (MCL) wird eingerichtet. Beteiligt sind die TRICON-Partner.
09.09.1992: Protesttag in Bonn mit Beteiligung der DSR gegen die Politik der Treuhandanstalt zur Abwicklung der ostdeutschen Unternehmen. (Politik der Ausschaltung unliebsamer Konkurrenz)
07.12.1992: Der Bereich Immobilien wird ausgegliedert, es wird die DSR Immobilien GmbH gegründet.
01.01.1993: Gründung der Europe Southamerica East Cost Conference, die DSR wird Mitglied.
05.02.1993: Protestkundgebung in Rostock gegen Ausflaggung und Stellenabbau in der DSR GmbH.
19.03.1993: Auf der Aufsichtsratssitzung wurde folgender Beschluß gefasst: „Die finanzielle Situation der DSR erfordert einschneidende Maßnahmen, die bis zu einer Ausflaggung von voraussichtlich 28 Schiffen führen können. Die Mitarbeiter der DSR haben sich in Anbetracht dessen zu einer Streckung der zeitlichen Lohnanpassung bis September 1995 bereit gefunden.Dieser Solidarbeitrag der DSR-Belegschaft wird dazu benutzt, um die Schiffe möglichst lange unter deutscher Flagge zu halten. Sollte es darüber hinaus nicht gelingen, über schiffahrtspolitische Maßnahmen der Bundesregierung, Bereitstellung von sonstigen Fördermitteln bzw. generelle Verbesserung der Rahmenbedingungen, eine entsprechende Ergebnisverbesserung herbeizuführen, wäre mit den Maßnahmen der Ausflaggung schrittweise im 1.Quartal 1994 zu beginnen.“
28.05.1993, Berlin: Presseerklärung der Treuhandanstalt: „Das Präsidium des Verwaltungsrates der Treuhandanstalt stimmt dem Beschlussvorschlag des Treuhand-Vorstands zur Privatisierung der Deutschen Seereederei Rostock zu. Danach wird die Privatisierung der DSR an das mittelständische Hamburger Konsortium Rahe/Schües erfolgen.“ Der Verkauf wurde an den Erhalt von 2.225 Arbeitsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern und auf den Schiffen der DSR gebunden. Rahe und Schües sicherten weiterhin zu, insgesamt ca. 1,1 Mrd. DM zu investieren.
15.07.1993: Der Botschaftsrat John U. Nix von der Außenstelle Berlin der amerikanischen Botschaft überbrachte eine Auszeichnung DES Kommandanten der US Coast Guard für die Schiffe BERGEN, GLAUCHAU, PASEWALK und PRITZWALK für die erfolgreiche Teilnahme am Schiffsmeldesystem AMVER (Automated Mutual Assistance Vessel Rescue System). Das seit 1958 existierende System AMVER setzt sich zum Ziel, durch Informationsvermittlung zur Rettung menschlichen Lebens auf See beizutragen und koordiniert die Hilfeleistungen.
19.07.1993: Der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel stimmt dem Verkauf der DSR GmbH zu.
24.08.1993: Auf der Belegschaftsversammlung stellt der bisherige Hauptgeschäftsführer Harry Wenzel die neuen Gesellschafter des Unternehmens, Nikolaus W. Schües und Horst Rahe, der Belegschaft vor. Schües und Rahe stellten dann ihr Konzept für die Zukunft der DSR vor. Nikolaus W. Schües wird für den Reedereibetrieb, Schiffsprojekte, Tramp-, Bulk-, Kühl- und Küstenschifffahrt sowie den Fähr- und RoRo-Verkehr zuständig sein, Horst Rahe ist verantwortlich für alle Liniendienste, Passagierschifffahrt, Immobilien und den Bereich Touristik. Das Konzept sah u.a. auch vor, die „mitgebrachten“ Unternehmen Reederei F. Laeisz, die Schwergut reederei Mammoet Hansa sowie die Toepfer-Schiffahrtsgruppe in die DSR zu integrieren. Beide unterstrichen ihre Absicht, den Standort Rostock nicht nur zu erhalten, sondern „... durch Aufbau neuer Aktivitäten und Eingehung von Kooperationen mit anderen Schifffahrtsunternehmen auszubauen. ...“
01.09.1993: Der Aufsichtsrat bestellt Nikolaus W. Schües und Horst Rahe zu weiteren Geschäftsführern des Unternehmens. Und stimmen dem Zukunftskonzept der Gesellschafter zu.
08.10.1993: Die EU stimmt dem Verkauf der DSR GmbH zu.
02.12.1993: Vertragsunterzeichnung zur Fusion der DSR und Senator Linie in Bremen.
10.12.1993: Harry Wenzel wird als Hauptgeschäftsführer an seinem 65. Geburtstag verabschiedet. Er scheidet am 31.12.1993 aus dem Unternehmen aus.
31.12.1993: Die DSR weist als Flottenbestand 48 Frachtschiffe und ein Passagierschiff aus.
01.01.1994: Strukturreform der DSR GmbH. Viele Betriebsbereiche werden ausgegliedert und Firmen neu gegründet. Es entsteht die DSR-Holding GmbH.
05.02.1994: Mit der ersten Abfahrt eröffnet das MS GLEICHBERG den neuen Liniendienst Rostock – Liepaja (Lettland).
01.03.1994: Die Reedereien DSR GmbH Contship Containerlines Ltd., Deutsche Nah-Ost Linien GmbH & Co. KG, KNSM Kroonburgh B.V., und die Ellerman/Andrew Weir Shipping Ltd. bündeln ihre Mittelmeer-Containerdienste und bieten 9tägige Abfahrten ab Bremerhaven ab. Die DSR setzt das 1.700-TEU-Schiff DSR PORT SAID ein.
11.08.1994: Pressekonferenz zur DSR-Senator-Fusion: Der Fusionsvertrag zwischen der DSR GmbH und der Bremer Vulkan Verbund AG als Muttergesellschaft der Senator Linie GmbH & Co. KG ist am 28.07.1994 rückwirkend zum 01.01.1994 vollzogen worden. Das neue Unternehmen heißt nun DSR Senator Lines Holding GmbH, jeweils 50 % der Anteile halten die Deutsche Seereederei Rostock GmbH und die Bremer Vulkan Verbund AG in Bremen.
01.09.1994: Die französische Compagnie Maritime d`Affretement (CMA) und die CAST-Gruppe schliessen sich dem TRICON-Konsortium an. Nun wird auch Nordamerika in die Mittelmeerlinie einbezogen.
01.08.1995: Mit der Kiellegung des ersten Vollcontainerneubaus (Baunummer 001) nach der "Wende" beginnt offiziell das Flottenerneuerungsprogramm. Für die Bauwerft, der Kvaerner Warnow Werft GmbH ist dieses Schiff das erste, komplett auf den neuen Anlagen gefertigte Schiff und zugleich das größte, was bis dahin an der Warnow gebaut wurde. Das Schiff wird im April 1996 auf den Namen POMMERN getauft und in Fahrt gebracht.
15.08.1995: Mit MS BERGEN wird das erste Schiff ausgeflaggt. Von nun an werden schrittweise alle älteren Frachter verkauft und alle restlichen und neu georderten Schiffe nach Liberia ausgeflaggt, bzw in das Internationale Seeregister (ISR) eingetragen.
07.06.1996: Mit der in Finnland georderten AIDA kommt Deutschlands größtes Passagierschiff in Fahrt. Auf der AIDA wird zugleich das innovative Club-Schiff-Konzept gestartet.
1997: Finanzielle Überlastung, nach nur einem Jahr wird die AIDA an Norwegian Cruise Lines, Mgr. Knut Kloster Inc., Bergen, Norwegen, für 180 Mio. US-$ verkauft, um den finnischen Exportkredit, der zum Bau der AIDA gewährt wurde, zurück zahlen zu können. Die AIDA wird zurückgechartert, später sogar wieder günstig zurückgekauft!
Januar 1997: Um das Unternehmen zu refinanzieren, werden 80% der Unternehmensanteile der DSR-Senator Lines GmbH an die südkoreanische Hanjin Shipping Co. Ltd., Busan, verkauft.
22.08.1997: Die DSR-Senator Lines gibt ihren Standort Rostock auf. Einziger Sitz der Reederei in Europa soll künftig Bremen sein, erklärte die Geschäftsleitung. Es wird der Verlust von 146 Arbeitsplätzen befürchtet.
1998: Nach weiteren finanziellen Engpässen übernimmt die koreanische Hanjin Shipping Co. Inc, Seoul, Korea, 80% der Anteile an der DSR-Senator Linie GmbH, der Rostocker Standort wird geschlossen.
Januar 1998: Die finanzielle und organisatorische Eigenständigkeit der zur Deutschen Seereederei GmbH gehörenden operativen Gesellschaften Reederei F. Laeisz, Euroseabridge, Arkona Touristik, DS-Immobilien, RGS Rostocker Gesellschaft für Schiffahrt werden nun die Gesellschaftsverhältnisse neu geordnet. Nikolaus W. Schües übernimmt die Fortführung der Reedereigeschäfte, sein Partner Horst Rahe die Bereiche Touristik und Immobilien.
31.12.1998: Die Marke DSR wird offiziell aus allen Papieren gestrichen.
17.02.1999: Nikolaus W. Schües und Horst Rahe geben bekannt, dass sie sich nun unternehmerisch trennen. Die Privatisierung der einstigen Deutfracht/Seereederei sei vollzogen. Rahe und Schües hatten die DSR im Sommer 1993 mit 13.000 Mitarbeitern und 164 Schiffen aus Treuhandbesitz übernommen. Geblieben sind im Schifffahrtsbereich 33 Schiffe, ca. 500 Seeleute und 70 Teilzeitkräfte an den Standorten Rostock und Hamburg. Über die Bewertung der Anteile vereinbarten beide ehemaligen Partner Stillschweigen. Der gesamte schifffahrtsbezogene Bereich der Reederei F. Laeisz GmbH und F.Laeisz Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. voll in das Eigentum der Nikolai Verwaltungsgesellschaft mbH, einer Holding der Familie Schües über. Die Arkona Touristik GmbH, in der die Touristikbereiche, und die Deutsche Seereederei Immobilien GmbH, in der die Immobilienbereiche zusammengefasst sind, gehen in das Eigentum der HWT Verwaltungsgesellschaft mbH, der Holdinggesellschaft der Familie Rahe, über.
01.03.1999: Die privatisierung der Deutschen Seereederei Rostock GmbH ist abgeschlossen. Der DSR-Aufsichtsrat hat die von den Gesellschaftern Rahe und Schües getroffenen Vereinbarungen zur Neuausrichtung und Umstrukturierung abgesegnet. Damit schließt der Aufsichtsrat seine Tätigkeit ab. Die Gesellschaften unterliegen nicht mehr dem Mitbestimmungsrecht. Bereis am 21.01.1999 hat die BvS (Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben als Nachvolger der Treuhandanstalt) bestätigt, dass sämtliche Bedingungen aus dem Privatisierungsauftrag vollständig erfüllt seien. Die Zeitschrift 'Täglicher Hafenbericht' schreibt dazu in seiner Ausgabe vom 01.03.1999:
"Die Flagge der DSR ist bekanntlich von den Weltmeeren verschwunden, die DSR GmbH war zuletzt nur noch eine Holding für die einzelnen Tochtergesellschaften."
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